Archiv der Kategorie: Nordmünsterland

Bauernhof – Ruine – Baudenkmal

Hof Grube in Lüdinghausen-Seppenrade
von Johannes Busch und Ludger Schröer (Hrsg.)

Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Band 8
Lage 2017, 144 Seiten, ISBN 978-3-89918-057-2, 24,90 Euro

Die Entdeckungsreise in die Geschichte des ehemaligen Hofes Grube in Lüdinghausen-Seppenrade begann 2003. Wegbegleiter waren Archäologen, Historiker, Hausforscher, Landschaftspfleger, Architekten, Zimmerer und Maurer. Über zehn Jahre haben sie im Haus und auf dem Gelände gegraben, gebohrt, gemessen, abgetragen und aufgebaut. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen stand das älteste noch erhaltene Bauernhaus Westfalens von 1517. Erstmals wird in diesem Buch umfassend die Geschichte der Hofanlage und damit auch ein Stück westfälischer Kulturgeschichte anschaulich erzählt und reich bebildert.

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 3

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

287 S, Lage 2016, ISBN 978-3-89918-053-4, 14,90 Euro

Aufsätze:

  • Sebastian Schröder: Das Holzgericht – Untersuchungen zu seiner sozialen Funktion an nordwestfälischen Beispielen
  • Johannes Hofmeister: Die Fotografien des Naturschutzpioniers Dr. Hermann Reichling (1890-1948) aus dem Nordmünsterland
  • Christof Spannhoff: Das Namenglied katten- in Orts- und Siedlungsnamen am Beispiel Kattenvennes (Gemeinde Lienen, Kreis Steinfurt)
  • Alfred Wesselmann: 34 französische Soldaten als kleine Plagegeister? Das zentrale Fronterlebnis eines Lengericher Pfarrerssohns im Ersten Weltkrieg. Ein Kriegsverbrechen?
  • Quellenabdruck: Aus großer Zeit – Lebensbild eines Frühvollendeten. Ein Erinnerungsbuch über den gefallenen Lengericher Pfarrerssohn Walther Kerstein (1897–1916)
  • Sebastian Schröder: „unndt alle mit einander der Augspürgischen confession zugethaen gewesen“. Erinnerungen und Wahrnehmungen der Reformation im Stift Leeden in einem Zeugenprotokoll von 1630
  • Christof Spannhoff: Von Fakten und Fiktionen: Die Ursprünge der Edelherren von Steinfurt
  • Peter lisch: Der Metelener Stadtbrand von 1815; Sebastian Kreyenschulte: Aus den Erinnerungen des Landwirtes Carl Heinrich Hovekamp (1888–1941) – ein Quellenabdruck
  • Peter Ilisch: Das „Alte Rockelsche Registrum“ – Ein privates Einnahmeregister des Drosten von Bevergern Caspar Valcke
  • Sebastian Kreyenschulte: Ein ingen-Name im Altniederdeutschen: Der Ortsname Wettringen (Kreis Steinfurt).

Von Bauern zu Bürgern

kreyenschulteGeschichte der Familien Rohling/Roling aus Neuenkirchen bei Rheine
von Sebastian Kreyenschulte

462 Seiten, Lage 2016, 978-3-89918-049-7, 24,90 Euro
(zur Zeit leider vergriffen)
Zum Autor: Sebastian Kreyenschulte

Erstmals im Jahr 1400 taucht im nördlichen Münsterland, in der Bauerschaft Offlum des Kirchspiels Neuenkirchen, der Halberben-Hof Roling in der schriftlichen Überlieferung auf. Die Geschichte dieses Hofes endet im frühen 18. Jahrhundert mit der dem Verkauf wegen zu hoher Verschuldung und der Teilung des Gutes. Bereits im frühen 17. Jahrhundert, als der Hof teilweise fremd bewirtschaftet wird, bewegen sich Söhne des Hofes in Kirchspiel und Wigbold Neuenkirchen, erreichen den Bürgerstatus, führende Ämter im Weichbild und können daher vorteilhafte Heiratsverbindungen eingehen. Zwar führen einige Linien in Handwerkerfamilien, doch die überwiegende Zahl der Roling bzw. Rohling erreicht oder bewahrt im 18. und 19. Jahrhundert den Aufstieg ins Bürgertum.
Durch Heiraten mit Familien überwiegend des Wirtschaftsbürgertums in Neuenkirchen, Wettringen, Rheine, Stadtlohn, Bochholt, Oeynhausen, Coesfeld, Münster, Osnabrück, Attendorn, Köln, Hamburg, Amsterdam, Alkmaar, Rotterdam usw. verbinden sich Rohling-Söhne und -Töcher alsbald mit den Hötte, Hüffer, Deiters, Driessen, Storp, Wagener, Stroetmann, Hoffschulte, Coppenrath, Rave, Zumloh, Brennikmeyer, Sültemeyer, Meinau, Schmitz, Kruse, Lansing, Schulte-Ohne, Dücker, Fremann, Gaußelmann, Kauling, Hecking, Brüning, Vissing, Jupsien, Goebel, Kerstiens, Albers, Bonnike, de Bilherbon, Sterneberg, van Spanje, Verhoeven und anderen.
Nicht nur innnerhalb der Kaufleute-, Verleger-, und Fabrikantenfamilien Rohling bzw. Roling ist eine deutliche Tendenz zum Handel in den Niederlanden erkennbar. Auch die Heiraten der Kleinhändler und Ladenbesitzer dieses Namens, die es aus Neuenkirchen nach Salzbergen bzw. die niederländischen Städten Leiden, Dokkum, Haarlem, Utrecht, Sneek, Zaanstad, Leeuwarden, Uden usw. ziehen, offenbaren eine besondere Affinität zum Textilhandel und -Verkauf.
Einige, über die jeweiligen Wohn- und Wirkungsorte der Familien hinausreichende Persönlichkeiten aus der Familie Rohling: Prof. Dr. Oswald Rohling OP (1908–1974), Dominkanerpater, Biologe und Geologe, Rektor der Fachhochschule Vechta; Prof. Dr. August Rohling (1839–1931), Antijüdischer Theologe und Altertumswissenschaftler an der Deutschen Universtität Prag; Dr. Heinrich Rohling (1784–1861), Domkapitular im Bistum Münster und Schuldechant des Kreises Lüdinghausen; Dr. Eugen Rohling (1841–1865), Historiker an der von Leopold von Ranke gegründeten Historischen Kommission der Königlich Bayrischen Akademie der Wissenschaften; Dr. Ludwig Rohling (1907–1972), Norddeutscher Kunsthistoriker und Universitätsdozent; Dr. Hedwig Rohling (1890–1967), Stadtärztin von Köln sowie Frans Rohling (1900–1982), Niederländischer Staatsanwalt, Richter und Politiker.