Frühe Industrialisierung in Lage

JanetzkeAufbrüche in die industrielle Welt im 19. Jahrhundert
von Norbert Janetzke

Lage 2003, 141 Seiten, 978-3-980808-24-8, 14,90 Euro (vergriffen, Restexemplare auf Anfrage)

Das Buch beschreibt verschiedene frühe Industrialisierungsvorhaben, die in Lage (Lippe) im 19. Jahrhundert unternommen wurden:

Um die Jahrhundertwende 1797-1806 wurde versucht, in Lage eine Barchent-Fabrik zur Baumwollfertigung anzusiedeln. Die Gründe ihres Scheitern werfen ein facettenreiches Licht auf die mentalen und orga­nisatorischen Probleme der Akteure früher Fabrikvorhaben. Dieser ers­te Versuch scheiterte und in Lage wurden lange Zeit keine weiteren Industrialisierungvorhaben mehr geplant.

Erst 1858 wurde die erste und einzige Zündwaarenfabrik in Lippe, Bachmann & Barckhausen, gegründet, die zahlreiche Kinder beschäf­tigte. Sie sollte schließlich in dem Geflecht sich entwickelnder Arbeitschutzgesetzgebung und technischer Innovationen der Produktionsverfahren untergehen.

In der Folgezeit entstanden eine ganze Reihe weiterer Fabriken, die allesamt wieder aufgegeben werden mussten. Erst 1884 entstand in Lage mit der Zuckerfabrik die erste lang­fristig erfolgreiche Fabrik.

Einen ganz anderen Aspekt der Industrialisierung vertritt das lippische Wanderzieglertum, das in Lage sein Zentrum hatte, Zahlreiche Wanderarbeiter verließen im Sommer ihre Heimat und arbeiteten in der Fremde. Sie organisierten sich gewerkschaftlich und eine der wich­tigsten Persönlichkeiten war der Lageneser Wanderziegler und Gewerkschaftsorganisator August Ellerkamp. dessen Schicksal vorge­stellt wird. Es wird das Los einer Kultur der handwerklichen Fertigung in einer Welt maschineller Industrialisierung im Drama eines darin ver­wobenen Menschen eingefangen.

Das Buch fängt eine untergegangene Welt ein und lässt sie für die kurze Zeit wieder auferstehen. Es handelt sich um eine Zeit des Umbruchs, in der vieles, was bis dahin die Lebensbedingungen als selbstverständlich prägte, fragwürdig wurde,

Der Autor bringt die originalen Quellen noch einmal zum Sprechen und verfolgt die Details bis hin zu den persönlichen Konflikten der ein­zelnen Persönlichkeiten.