Archiv der Kategorie: Aktuelles

Neuenkirchen in der Vormoderne

 

Eine Reise in die Geschichte einer münsterländischen Gemeinde
von Sebastian Kreyenschulte

Detmold 2022, 280 Seiten, ISBN 978-3-89918-098-5, 25 Euro

Ihren Anfang nimmt die Geschichte Neuenkirchens mit der Gründung der Pfarrei im Januar 1247. Als der münsterische Bischof Ludolf diese Abpfarrung vom Kirchspiel Rheine bestätigte, war der Grundstein für die Entwicklung zur späteren politischen Gemeinde Neuenkirchen gelegt. Die Pfarrkirche zentralisierte die Bauerschaften Sutrum, Harum, Offlum und Snedwinkel auf eine neue Mitte, in der bald eine Dorfsiedlung entstand und sich abseits der Bauerschaften ein eigenständiges Gemeinwesen entwickelte.

Anlässlich der 775. Wiederkehr des Gründungsjahres erscheint nun eine umfassende Geschichte des Ortes. „Neuenkirchen in der Vormoderne” behandelt drei Themenschwerpunkte:

  1. die Geschichte der Grenzen, Niederlassungen und Siedlungen,
  2. die Geschichte ungleicher Lebensverhältnisse von Bauern, Kleinbauern und Bürgern und
  3. die Geschichte der Krisen, Kriege und Katastrophen sowie ihrer gemeinschaftliche Bewältigung.

Infos der Gemeinde Neuenkirchen

Nacke in Ehrsen

Eine lippische Hof- und Familiengeschichte

Detmold 2022, 256 Seiten, ISBN 978-3-89918-092-3, 46 Euro

Dieses Buch erzählt die Geschichte eines bäuerlichen Anwesens in Bad Salzuflen-Ehrsen, die bis ins späte 12. Jahrhundert zurückreicht. Roland Linde ordnet die Entwicklung des Hofes Nacke in siedlungs- und rechtsgeschichtliche Zusammenhänge ein und rekonstruiert die ältere Familiengeschichte, Stefan Wiesekopsieker kann für die jüngere Familiengeschichte ab 1834 aus einer reichen privaten Überlieferung im Hofarchiv schöpfen und Heinrich Stiewe widmet sich dem historischen Gebäudebestand des Hofes.

In der ältesten Heberolle der Abtei Herford aus dem späten 12. Jahrhundert werden zwei bäuerliche Hofstellen in „Eddeshusen“ genannt. Es sind die späteren Höfe Nacke und Eggert. Der Name „Nacke“ ist erstmals in einem Herforder Einkünfteverzeichnis von 1416 festgehalten. Ab 1550 lässt sich die Familiengeschichte im Detail nachvollziehen. In dieser Zeit kamen zweimal ganz neue Besitzerpaare auf den Hof. Die heutige Familie Nacke geht auf das Ehepaar Simon August Nacke geb. Schemmel und Julie Nacke geb. Meyer zu Büxten zurück, die 1836 geheiratet haben. Neben den Besitzern der Stammhofs gehören auch weitere interessante Persönlichkeiten dem Familienverband an, unter anderem die Künstlerin und Pensionsinhaberin Julie Nacke in Bad Salzuflen.

Unter Simon August und Julie Nacke wurde der klassische lippische Meierhof, von dem sich noch der Kornspeicher von 1801 und ein abseits stehendes Kötterhaus von 1791 erhalten haben, ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer repräsentativen, gutshofähnlichen Dreiseithofanlage ausgebaut. Das neue Wohnhaus entstand 1857 nach Entwürfen des Detmolder Baumeisters Merckel als spätklassizistische „Bauernvilla“. Sozialgeschichtlich bedeutsam ist eine ganze Gruppe von noch erhaltenen Kötter- und Landarbeiterhäusern.

Justine und ihre Töchter

von Christa Meier-Drave
Frauenleben in Lippe

144 Seiten, Detmold 2022, ISBN 978-3-89918-513-3, Buch 12,90 Euro, E-Book 4,99 E-Book

Fünf Frauen in einer Zeit, die uns fern erscheint, haben uns in ihren Umbrüchen und Krisen viel zu erzählen.

Justine ist in Fissenknick geboren und hat mit ihrer Familie zunächst in Haustenbeck, dann in Fromhausen und Berlebeck gelebt.

Die Geschichte von Justine und ihren vier Töchtern reicht vom deutschen Kaiserreich bis in die junge Bundesrepublik, einer von Männern geprägten Zeit.

Justine durchlebt mit Angst und Trauer die Schrecken der Kriege und schaut mit Verwunderung auf die Veränderungen.

Sie sorgt sich um ihre Töchter, sieht ihr Glück, ihre Sehnsucht, ihren Schmerz.

Zwangssterilisation in Lippe und „Euthanasie“ während der NS-Zeit

Die Lemgoer Heilanstalten Eben-Ezer und Lindenhaus von Heinrich Bax

Detmold 2022, 172 Seiten, ISBN 978-3-89918-089-3, 21 Euro

In Lippe wurden während der NS-Zeit nach dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ 740 BürgerInnen unter Zwang sterilisiert.

Sie lebten in ärmlichen Verhältnissen, waren einfach gebildet und häufig auf Sozialleistungen angewiesen. Jugendliche und junge Erwachsene der Lemgoer Heilanstalten Eben-Ezer und Lindenhaus zählten zu den Betroffenen. Sie litten angeblich an „angeborenem Schwachsinn“ und sollten keine Nachkommen haben.

Darüber hinaus verhungerten mindestens 37 BewohnerInnen Eben-Ezers nach ihrer Verlegung in staatliche Einrichtungen oder wurden in der „Tötungsanstalt“ Hadamar ermordet.

Dieses Buch ist ein Beispiel für Zwangssterilisation und „Euthanasie“ im gesamten damaligen Reichsgebiet. Seine Bedeutung reicht deshalb weit über Lippe hinaus.

Heinrich Bax forscht seit vielen Jahren zu Willkür und Gewalt der NS-Machthaber und ihrer Getreuen im Land Lippe.

Hagen

von Roland Linde

Detmold 2022, 224 Seiten, ISBN 978-3-89918-088-6, 24,90 Euro

Hagen bei Lage kann auf mehr als 950 Jahre urkundlich dokumentierte Geschichte zurückblicken. Der Historiker Roland Linde erzählt in diesem Buch die Ortsgeschichte mit besonderem Augenmerk auf die jüngere Entwicklung des Dorfes und des Vereinswesens.

Ein eigenes Kapitel ist den alten Höfen und Stätten gewidmet. Eindrucksvolle aktuelle und historische Fotos runden das Buch ab.

Herausgegeben von der Dorfgemeinschaft Hagen

 

Schwelbrände

von Jörg Armin Kranzhoff

Detmold 2022, 244 Seiten, ISBN 978-3-89918-510-2, 14,90 Euro

Wer „Das rote Sofa“ und „Tanz auf dem Vulkan“ gelesen hat, kann in „Schwelbrände“ erfahren, wie Kommissar Dunkelmanns Jagd auf alte und neue Schurken zu Ende geht.

Auch der dritte und abschließende Band der lippischen Krimi-Trilogie ist ein Polit-Thriller der besonderen Art, brandaktuell, spannungsgeladen und turbulent, obwohl in der Grundstimmung eher poetisch-nostalgisch, mal gefühlvoll, mal bissig-ironisch, immer nahe am Leben und reich an heimischem Lokalkolorit, in dem sich letztlich alles um die Sehnsucht nach Liebe und einem friedlichen Miteinander dreht.

„Wolfsspuren“ lautet der Obertitel der Krimi-Trilogie, denn in Lippe haben seit jeher die Wölfe geheult. Das war zu Zeiten der Cherusker so. Auch Hermann war ein Wolf. An seinen Fingern klebt Blut. Am Ende hat ihn die eigene Sippe vergiftet. Das ist bis heute der spektakulärste Kriminalfall in Lippe.

Man hat die Wölfe ausge­rottet, aber sie sind wieder zurück. Sie hinterlassen ihre Spuren allenthalben, auch in Lippe. Der Erzähler fragt sich, ob der Mensch im Grunde ein Wolf ist und ob demnächst wieder eine „Wolfszeit“ anbrechen wird.

Jahrbuch 2021

 

Historisches Jahrbuch Lage 2021
Mit einer Chronik der vergangenen zwei Jahre
von Hans C. Jacobs (Hg.)

Lage 2021, 192 Seiten, ISBN 978-3-89918-087-9, 17,90 Euro

Aus dem Inhalt:
Die Ortsnamen von Lage
Die Brede in Lage
Nächster Halt: Lage/Lippe – Berliner Lehrerinnen und Schülerinnen auf großer Reise
Die Familie Landwehr.  Eine Unternehmerfamilie aus Müssen
Verfolgung, Vernichtung – Wiedergutmachung? Neue Quellen zu den Opfern des Nationalsozialismus in Lage
Der Meister und sein Prüfling Die erste Landung eines Segelflugzeuges in Lage am 31. Mai 1931
Chronik der Stadt Lage vom Juni 2019 bis zum Juni 2021

Kleine Beiträge:
Der Flugpionier Wilhelm Krumsiek – August-Kluckhohn-Preis 2020 – Zeitreise in die 70er: Hörste erhielt das amtliche Siegel zum staatlich anerkannten Luftkurort – Zeitreise in die 80er: Affenpark in Hörste – 50 Jahre Stadt Lage

Die Detmolder Villa Glückauf

„Kleine Leute“ und „Feine Leute“ in der Palaisstraße. Vom Siechenhaus zum Kinderheim
von Wilhelm Nolte

284 S., Detmold 2021, ISBN 978-3-89918-086-2, 21 Euro

Im Mittelpunkt des Buches steht die 1873 an der Stelle des ehemaligen Siechenhauses erbaute „Villa Glückauf“ (Palaisstraße 193). Der Autor geht ihren Bewohner/-innen über einen Zeitraum von rund siebzig Jahren nach. Die Detmolder Villa Glückauf weiterlesen

Berichte aus Barntrup 1840–1879

Pastoralberichte an die Lippische Landeskirche
von Erika Böttcher und Martin Böttcher

136 S., Detmold 2021, ISBN 978-3-89918-084-8, 16,90 Euro

Die Barntruper Pastoren haben in den Jahren 1840 – 1879 „gehorsamste Pastoralberichte“ an die Lippische Landeskirche geschrieben und über ihre Gemeinde berichtet. In diesem Buch lässt sich verfolgen, wie in den Gemeinden gelebt wurde und wie sie sich in diesen 40 Jahren verändert haben.

In Barntrup ist von den damaligen überregionalen intellektuellen und theologischen Auseinandersetzungen kaum etwas zu bemerken. Auch die politischen oder kirchlichen Entscheidungen in Detmold tauchen nur ganz im Hintergrund auf. Die Veränderungen in wirtschaftlichen und sozialen Bereichen werden von außen bestimmt und nicht selbst gestaltet.

Die Menschen und auch die Kirchengemeinde lebten in den gewohnten Ordnungen. Veränderungen wurden hingenommen, die Sorge um das tägliche Brot war vorrangig. So waren die Pfarrer fast die einzigen, die größere Zusammenhänge erfassten und Neues anzustoßen in der Lage waren. Barntrup kann in dieser Hinsicht als repräsentativ für einen Großteil der Lippischen Landeskirche gelten.

Die Texte der Pfarrberichte werden ergänzt durch Ansichten und Bilder von Barntrup sowie durch Stadtpläne und Statistiken aus dem 19. Jahrhundert.

Text für Rezension

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 8

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

254 S., Lage 2021, ISBN 978-3-89918-082-4, 17,90 Euro (vergriffen)

Aufsätze:

  • Manfred Balzer: Abt Castus von Visbek
  • Sebastian Kreyenschulte: Das Bürgertum in einem nordmünsterländischen Kirchspiel 1750–1850. Beobachtungen. Zur Entstehung und Entwicklung der ländlichen Bürgerkultur im nicht- bzw. kleinstädtischen Umfeld
  • Angelika Pries: Von der Gleichschaltung zur Entnazifizierung. Lehrer und Lehrerinnen an den Volksschulen in Rheine 1933 – 1949
  • Peter Ilisch: Schmieden und Schänken. Zur Frage der Standortkontinuität in der Frühen Neuzeit. Eine Fallstudie aus Horstmar
  • Sebastian Schröder: Eine Ordnung schaffen: Der Hörsteler Holzgerichts- und Markenrezess von 1580 („Noitholtinck geholden auer de Horsteler | Woldt vnnd Marcke“).
  • Josef Wermert: Heeker Schlöffken – Aus der frühen Geschichte eines bemerkenswerten Brauches
  • Bernd Hammerschmidt: Entnazifizierung – der Fall des ehemaligen Lengericher Bürgermeisters Steinriede