Archiv der Kategorie: Allgemein

Dalborn

Chronik eines lippischen Dorfes
von Armin Kranzhoff

Mit zahlreichen Farbabbildungen
Lage 2018, 352 Seiten, Festeinband, ISBN 978-3-89918-062-6, 23 Euro

Dalborn, malerisch zwischen dem Talauen von Marpe und Passade und den Anhöhen des „Knicks“ gelegen, ist eine Perle unter den lippischen Dörfern. Die Natur ist noch intakt. Da das Dorf vor Zersiedlung, Verstädterung und Kommerzialisierung bewahrt blieb, ist das ursprüngliche Gepräge des ländlichen Raums weitgehend erhalten. Rund 90 Seelen zählt der Ort. Hier kennt jeder jeden. Hier fühlt man sich heimisch.

In dem im Hochmittelalter durch Rodung entstandenen und im Jahr 1256 erstmals urkundlich belegten „Waldhufendorf“ sind rund drei Viertel der Gebäude historische Fachwerkbauten. Ein Großteil davon wurde im Laufe der letzten Jahrzehnte restauriert. Zwei von ihnen stehen unter Denkmalschutz.

Das Buch schildert, wie die Menschen vormals gewohnt und gewirtschaftet haben. Es beschreibt das über Jahrhunderte währende, hierarchische Sozialgefüge des Dorfes und die Einbindung der Bauern in das feudalistische Lehnssystem. Er berichtet von Viehzucht und Ackerbau, von Handel und Gewerbe, von Glaube und kirchlichem Leben, von Schule und Erziehung, von Brauchtum und Sprache, von Sittenverstößen und Kriminalität, von Ernährung und Krankheiten, von Kriegszeiten und Plünderungen sowie von Wanderarbeit und Auswanderung.

Im Bestreben, die alten Zeiten wieder lebendig werden zu lassen, beläßt das Buch es aber nicht bei Sachinformationen, sondern führt auch das Alltagsleben und das persönliche Schicksal der vormaligen Bewohner auf erzählerische Weise vor Augen.

Schuckenhof

Wege und Schicksale in fünf Jahrhunderten

Von Ulrich Rottschäfer, mit Beiträgen von Roland Linde
(Höfe und Familien in Westfalen und Lippe Bd. 9)
Lage2018, 176 S., zahlreiche, meist farbige Abb., fester Einband, ISBN 978-3-89918-066-4, 24,90 Euro

Eine Hofgeschichte des 15. bis 19. Jahrhunderts, eingebunden in ihre kultur- und sozialgeschichtlichen Zusammenhänge, bisweilen sogar vor landesgeschichtlichem Panorama – der Autor erzählt die Chronik des ehemaligen Gutes Schuckenhof im heutigen Leopoldshöhe in spannenden, zum Teil dramatischen Geschichten.

Anhand der fünf Besitzerfamilien Schuckmann, von Wrede, von Kessel, von Piderit und von Borries werden die prägenden Persönlichkeiten und die Fülle konfliktreicher Ereignisse von den mittelalterlichen Anfängen bis zur Auflösung des Gutsbesitzes 1891 ebenso detailreich wie anschaulich vor Augen geführt.

Ein umfangreicher Anmerkungsapparat, ein Quellen- und Literaturverzeichnis sowie zahlreiche Abbildungen vervollständigen das Werk, das die regionale Höfegeschichte bereichert und eine wichtige Lücke in der Geschichte des lippischen Nordwestens schließt.

Ulrich Rottschäfer, der Autor des Werkes, ist dem ehemaligen Schuckenhof familiär eng verbunden. Als Verfasser zahlreicher kirchengeschichtlicher Werke legt der Theologe hiermit einen Beitrag zur ländlichen Sozialgeschichte und Höfeforschung vor. Unterstützt wurde er dabei von dem Landeshistoriker und Publizisten Roland Linde.

Erinnerungsarbeit

Erinnerungsarbeit zum deutsch-italienischen Kriegsleid 1943-45
von Christel Grote, Paul-Wolfgang Herrmann, August Nagel, Karl Schaper

Lage 2017, 62 Seiten, ISBN 978-3-89918-055-8, 14,90 Euro

Am 19. Juli 1944 besucht der „Duce“ Mussolini den Truppenübungsplatz in der Senne (Ostwestfalen), um den Ausbildungsstand der italienischen Division „Littorio“ zu überprüfen. Sie gehört zu den vier Divisionen, die Hitler Mussolini im September 1943 erlaubt.

Zur gleichen Zeit und nur wenige Kilometer entfernt sind im Stammlager 326 (VI K) Senne ca. 3000 gefangene italienische Soldaten registriert, die als „Italienische Militärinternierte“ (IMI) in der deutschen Wirtschaft Zwangsarbeit leisten müssen.

Die Außenminister Deutschlands und Italiens beschließen 2008 die Gründung einer Historikerkommission, die sich auch mit den deportierten „Italienischen Militärinternierten“ beschäftigen soll, um zur Schaffung einer gemeinsamen Erinnerungskultur von Deutschen und Italienern beizutragen. Auch der „Freundeskreis Vittore Bocchetta – NON DIMENTICARE e. V.“ in Detmold möchte zu dieser Erinnerungskultur beitragen.

Eine Arbeitsgruppe des Vereins geht auf Spurensuche in Ostwestfalen-Lippe, Salò am Gardasee, Costermano, Bozen, Fossoli, Carpi und Sant’ Anna di Stazzema. Sie zeigt auch, wie in einem Schulprojekt der EU die deutsch-italienische Geschichte 1943-1945 bearbeitet wird.

Bauernhof – Ruine – Baudenkmal

Hof Grube in Lüdinghausen-Seppenrade
von Johannes Busch und Ludger Schröer (Hrsg.)

Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Band 8
Lage 2017, 144 Seiten, ISBN 978-3-89918-057-2, 24,90 Euro

Die Entdeckungsreise in die Geschichte des ehemaligen Hofes Grube in Lüdinghausen-Seppenrade begann 2003. Wegbegleiter waren Archäologen, Historiker, Hausforscher, Landschaftspfleger, Architekten, Zimmerer und Maurer. Über zehn Jahre haben sie im Haus und auf dem Gelände gegraben, gebohrt, gemessen, abgetragen und aufgebaut. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen stand das älteste noch erhaltene Bauernhaus Westfalens von 1517. Erstmals wird in diesem Buch umfassend die Geschichte der Hofanlage und damit auch ein Stück westfälischer Kulturgeschichte anschaulich erzählt und reich bebildert.