Archiv der Kategorie: Nordmünsterland

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 8

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

254 S., Lage 2021, ISBN 978-3-89918-082-4, 17,90 Euro

Aufsätze:

  • Manfred Balzer: Abt Castus von Visbek
  • Sebastian Kreyenschulte: Das Bürgertum in einem nordmünsterländischen Kirchspiel 1750–1850. Beobachtungen. Zur Entstehung und Entwicklung der ländlichen Bürgerkultur im nicht- bzw. kleinstädtischen Umfeld
  • Angelika Pries: Von der Gleichschaltung zur Entnazifizierung. Lehrer und Lehrerinnen an den Volksschulen in Rheine 1933 – 1949
  • Peter Ilisch: Schmieden und Schänken. Zur Frage der Standortkontinuität in der Frühen Neuzeit. Eine Fallstudie aus Horstmar
  • Sebastian Schröder: Eine Ordnung schaffen: Der Hörsteler Holzgerichts- und Markenrezess von 1580 („Noitholtinck geholden auer de Horsteler | Woldt vnnd Marcke“).
  • Josef Wermert: Heeker Schlöffken – Aus der frühen Geschichte eines bemerkenswerten Brauches
  • Bernd Hammerschmidt: Entnazifizierung – der Fall des ehemaligen Lengericher Bürgermeisters Steinriede

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 7

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

220 S., Lage 2020, ISBN 978-3-89918-081-7, 17,90 Euro

Aufsätze:

  • Paul Derks: Osning oder Teutoburger Wald: Zur Namen- Geschichte des westfälischen Gebirgszuges
  • Josef Wermert: Die Nienborger Sage vom „Wilden Bernd“. Dichtung oder Wahrheit?
  • Helmut Lensing Josef Hagemann. Vom Hörsteler Heuerlingskotten in den Land- und Reichstag
  • Alfred Wesselmann. Das Wikingerschiff – Eine Jugendzeitschrift aus Lengerich während des Nationalsozialismus
  • Sebastian Schröder. Die Landesbeschreibung des Jacob Paul von Gundling für Tecklenburg und Lingen
  • Josef Bröker. Zwietracht um den Zehnten – Wie die Bauern aus Unseligen Leden bei Ibbenbüren zu ihrem Recht kamen
  • Anke Hackethal. Mortalität während der „Spanischen Grippe“ in Emsdetten 1918/19
  • Gerd-Ulrich Piesch. Die Landwehr auf den Hohner Bergen an der Straße von Sudenfeld nach Lengerich-Hohne

 

Nach der Stunde Null

Gründung und Neugründung der politischen Parteien in Lengerich nach dem Zweiten Weltkrieg
von Alfred Wesselmann

204 S., Lage 2020, ISBN 978-3-89918-083-1, 10 Euro

Im Jahr 2020 erinnern wir uns in Deutschland an das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. Mit der Kapitulation des nationalsozialistischen Staates im Mai 1945 ereignete sich ein elementarer Bruch in Politik, Gesellschaft, Kultur und Recht. Die Deutschen mussten nun nach über einem Jahrzehnt der Diktatur Demokratie neu lernen. Dieser demokratische Neuanfang nach 1945 ist aber bisher auf lokaler Ebene kaum näher untersucht worden. Wie etablierten sich welche Parteien vor Ort und wie gestalteten sich die Anfänge des neuen politischen Lebens?

Diese Fragen werden in der vorliegenden Publikation am Beispiel der Stadt Lengerich (Kreis Steinfurt) beantwortet und die Neu-Anfänge der politischen Parteien (SPD, CDU, FDP) in den Blick genommen. In akribischer Kleinarbeit wurden von den Autoren Akten und Zeitungsausgaben durchforstet, um ein Bild der politischen Umstrukturierung und des demokratischen Neuanfangs der ersten Jahre nach der „Stunde Null“ in Lengerich zu zeichnen. Da es bislang nur wenige detaillierte Lokalstudien gibt, stellt diese Untersuchung auch einen wichtigen Beitrag zur Erforschung dieser frühen Phase der Nachkriegszeit in vergleichender Perspektive dar. Somit weist die Publikation weit über die Grenzen Lengerichs hinaus.

ham und hlar-

Zaun und Hegung in westfälischen Ortsnamen
von Paul Derks

148 S, Lage 2020, ISBN 978-3-89918-076-3, 14,90 Euro

Mit seiner hier vorgelegten detail- und kenntnisreichen Untersuchung „ham und hlâr-. Zaun und Hegung in westfälischen Ortsnamen“ hat der Verfasser, Professor Dr. Paul Derks (Essen), ein die Namenforschung seit Jahrzehnten beschäftigendes Problem endgültig gelöst und damit eine empfindliche Lücke in der niederdeutschen Namenkunde geschlossen.

Der Autor scheute die mühevolle und aufwendige Arbeit nicht, die einzelnen, bisher vorgebrachten Argumentationen zu den beiden Namenwörtern genauestens zu prüfen und zu beurteilen. Das Ergebnis ist eindeutig: Viele Erklärungen von Ortsnamen, die in Heimatkalendern, regionalen Zeitschriften, Stadt- und Ortsgeschichten, aber auch in wissenschaftlichen Periodika und Nachschlagewerken veröffentlicht worden sind, müssen mit dem Erscheinen des vorliegenden Buches umgeschrieben werden und sind vielfach haltlos geworden.

Die vorliegende Schrift ist somit auch ein profundes Lehrstück, in welcher Art und Weise heutzutage Namenkunde methodisch und inhaltlich betrieben werden muss.

 

Tecklenburg um 1750

„Geographia Tecklenburgensis“ und „Bereisungs-Protocollum“ des preußischen Kriegs- und Domänenrats Ernst Albrecht Friedrich Culemann
von Sabastian Schröder

252 S, Lage 2020, ISBN 978-3-89918-075-6, 17,90 Euro

Quod non est in actis non est in mundo – Was nicht in den Akten steht, ist nicht in der Welt:

Aufmerksam notierte daher der preußische Kriegs- und Domänenrat Ernst Albrecht Friedrich Culemann (1711–1756) seine Beobachtungen, die er in den 1740er- und 1750er-Jahren während seiner dienstlichen Reisen in die Grafschaft Tecklenburg machte. Zwei seiner darüber angefertigten Manuskripte haben sich erhalten: Die „Geographia Tecklenburgensis“ und das „Bereisungs-Protocollum der Graffschafft Tecklenburg“.

Beide Handschriften werden hier erstmals zusammen veröffentlicht und in den historischen Kontext eingeordnet. Die Themenvielfalt, die Culemann bietet, ist erstaunlich breit: Einzelschicksale, Wirtschaft und Verwaltung, Gesellschaft und Politik, Religion und Glaube, Landschaft und naturräumliche Bezüge sind nur einige wenige Aspekte, die die Niederschriften Culemanns thematisieren.

Der Leser gewinnt somit einen einmaligen Einblick vom Zustand der Grafschaft Tecklenburg um 1750.

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 6

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

287 S., Lage 2019, ISBN 978-3-89918-074-9, 17,90 Euro

Aufsätze:

  • Sebastian Schröder: Das Tecklenburger Land: Herrschaft – Wirtschaft – Religion
  • Angelika Pries: „Ob wir Männer bald das schwache Geschlecht heißen“. Das Frauenbild in der bürgerlichen Presse in Rheine 1908–1927
  • Bernd Hammerschmidt: Bemühungen um die Wiedergutmachung nach 1945. Die jüdische Familie Mildenberg aus Lengerich
  • Anke Hackethal: „Ihr ureigenster Beruf“. Die hauswirtschaftliche Arbeiterinnen-Berufsschule im Emsdetten der 1920er Jahre
  • Sebastian Kreyenschulte:
    Erinnerungen an den Alltag auf einem Bauernhof in Rheine um 1900 . 173
    Miszellen
  • Sebastian Schröder: Wie wird man Äbtissin? „Freye Wahl“, adlige Ansprüche oder lan
    desherrlicher Einfluss: Die Besetzung des Amtes der Äbtissin im
    Stift Leeden im Jahr 1713
  • Christof Spannhoff: Vitus und Margaretha in Meppen. Überlegungen zu den historischen Erkenntnismöglichkeiten von Patrozinien
  • Erich Weichel: Gedichte als theologisch-biographische Quelle regionaler Reformati-
    onsgeschichte. Johannes Pollius und der lutherische Bekenntniswechsel in der Grafschaft Tecklenburg
  • Josef Bröker: Die Einkünfte der Kirche, des Pfarrers und des Küsters zu Ibbenbüren: Aus dem geistlichen Güterverzeichnis der Grafschaft Lingen von 1553
  • Peter Ilisch: Eine standesgemäße Bestattung. Das Begräbnis der Metelener Stiftsdame Cornelia Bernardina von Droste zu Vischering 1793
  • Gerd-Ulrich Piesch: Die Wegespuren der alten Straße von Osnabrück nach Münster am Galgenknapp bei Lengerich
  • Die Redaktion: Nachruf Prof. Dr.  Albin Gladen

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 5

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

270 S, Lage 2017, ISBN 978-3-89918-069-5, 17,90 Euro

Aufsätze:

  • Christof Spannhoff, Vom Kirchhof zum Friedhof. Der lange Weg der Begräbnisplatzverlegung in Lienen (1824–1857). Teil 2: Der Verlegungsprozess (S. 7-142)
  • Sebastian Kreyenschulte, Demokratisch, funktionalistisch, ästhetisch – aber auch nachhaltig und erhaltenswert? Das Gronauer Rathaus von Harald Deilmann als Baudenkmal (S. 143-160)
  • Gebhard Aders, Die Flugzeugexplosion vom 20. Mai 1944 in Neuenkirchen (S. 161-181).
  • Sebastian Schröder, Die „Geographia Tecklenburgensis“ des Ernst Albrecht Friedrich Culemann. Edition und historische Einordnung (S. 181-267)
  • Peter Ilisch, Horstmar um 1805/1806 – eine „Ackerbürgerstadt“? (S. 268-278)
  • Josef Bröker, „Fake-News“ aus dem 17. Jahrhundert. Wie und warum die Herren von Ubbena zu den Gründern Ibbenbürens wurden (S. 279-295)
  • Christof Spannhoff, Orientierungswechsel durch Funktionswandel. Überlegungen zur Entstehung von orientierten Ortsnamen am Beispiel Westladbergen (S. 296-301)
  • Bernd Hammerschmidt, Der Lengericher Bürgermeister Heinrich Hüsemann (1878–1960). Eine politische Karriere zwischen nationalsozialistischer und bundesrepublikanischer Zeit (S. 302-311)
  • Christof Spannhoff, Hügelgebiet oder Niederwald? Zur Flurbezeichnung hüls (S. 312-320)

WIEDERENTDECKT

Historische Transformatorenstationen im Münsterland
Ein Bildband von Dr. Ludger Schröer

Lage 2018, 171 Seiten, ISBN 987-3-89918-067-1, 25,90 Euro

Vor hundert Jahren erreichte die Elektrizität das Münsterland. Um den elektrischen Strom in die Haushalte zu verteilen, wurden Masten und Transformatorenstationen gebaut. Damals war der Widerstand gegen diese durchweg als unpassend und hässlich angesehenen Bauten enorm. Das preußische „Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden“ von 1907 zielte direkt gegen die Begleiterscheinungen der Elektrifizierung und gestattete strenge Auflagen für Baugenehmigungen. Im Fokus der Auseinandersetzungen zwischen Architekten, Heimatvereinen und Gemeindeverwaltungen um ein schönes und bodenständiges Bauen standen dabei die zahlreichen Verteilerstationen – mit dem Ergebnis, dass diese sich bis heute in vielfältigen Formen und Farben präsentieren.

Inzwischen sind die Stationen – im Volksmund Trafotürme genannt – längst Teil des baukulturellen Erbes. Mit ihrer teilweise ausdrucksstarken Architektur bereichern sie das Münsterland auf ganz besondere Weise. Aber diese Spezies industrieller Kleinarchitektur ist vom Abriss bedroht: Der Strom wird mittlerweile über Erdkabel zum Verbraucher geleitet, was die Trafotürme überflüssig macht.

Ludger Schröer hat sich im Kernmünsterland auf die Suche nach den Türmen gemacht und spürte mehr als hundert Exemplare auf. Kenntnisreich deckt er auf 172 Seiten Baugeschichten auf und zeigt Beispiele von gelungener Nachnutzung. Mit historischen Bauplänen und Fotografien unterstreicht er die Faszination, die von den münsterländischen Transformatorenstationen ausgeht. Zahlreiche Abbildungen lenken die Aufmerksamkeit der Leser auf interessante architektonische Details und den landschaftlichen Reiz, den diese Landmarken setzen. Und ganz unvermittelt wird das scheinbar Unscheinbare, das Gewohnte und Alltägliche in seiner faszinierenden Vielfalt wieder wahrgenommen.

Ein Blick in die nahe Region der östlichen Soester Börde entdeckt noch eine andere Bildsprache der Türme und unterstreicht dadurch die Besonderheit der münsterländischen Transformatorenstationen.

Nordmünsterland: Forschungen und Funde, Band 4

Herausgegeben von der Forschungsgemeinschaft zur Geschichte des Nordmünsterlandes e. V.

270 S, Lage 2017, ISBN 978-3-89918-063-3, 14,90 Euro (vergriffen)

Aufsätze:

  • Christof Spannhoff: Vom Kirchhof zum Friedhof. Der lange Weg der Begräbnisplatzverlegung in Lienen (1824-1857). Teil 1: Voraussetzungen
    Sebastian Kreyenschulte: Genese und Entwicklung des Schüzenwesens im Nordmünsterland
  • Sebastian Schröder: Gräfliches Patronat vs. niederadliger Einfluss. Der Konflikt um die Pfarrstellenbesetzung in Alswede im Jahr 1616 zwischen dem Grafen von Tecklenburg und dem lokalen Adel
  • Josef Bröker: Lehnsuntreue eines Toren? Neue Erkenntnisse zum Prozess Grothaus gegen Twist um das Burglehen Wittlage (Krietenstein)
  • Peter Ilisch: Zwei Horstmarer Bürgermeister des 17. Jahrhunderts zwischen Kunst und Kaufmannschaft
  • Christof Spannhoff: Werisun – Wersene – Wersen. Der Ortsname Wersen (Gemeinde Lotte, Kreis Steinfurt)
  • Sebastian Schröder: Ergänzung zur Frage. ob die vom Chronisten Gerhard Arnold Rump überlieferte Klosterordnung für das Stift Leeden von 1585 tatsächlich existierte

Bauernhof – Ruine – Baudenkmal

Hof Grube in Lüdinghausen-Seppenrade
von Johannes Busch und Ludger Schröer (Hrsg.)

Höfe und Familien in Westfalen und Lippe, Band 8
Lage 2017, 144 Seiten, ISBN 978-3-89918-057-2, 24,90 Euro

Die Entdeckungsreise in die Geschichte des ehemaligen Hofes Grube in Lüdinghausen-Seppenrade begann 2003. Wegbegleiter waren Archäologen, Historiker, Hausforscher, Landschaftspfleger, Architekten, Zimmerer und Maurer. Über zehn Jahre haben sie im Haus und auf dem Gelände gegraben, gebohrt, gemessen, abgetragen und aufgebaut. Im Mittelpunkt aller Anstrengungen stand das älteste noch erhaltene Bauernhaus Westfalens von 1517. Erstmals wird in diesem Buch umfassend die Geschichte der Hofanlage und damit auch ein Stück westfälischer Kulturgeschichte anschaulich erzählt und reich bebildert.